Die SPD-Landtagsfraktion hat am Donnerstag im Plenum des Bayerischen Landtags mit einem Dringlichkeitsantrag eine Große Koalition mit der CSU in Sachen Arcandor und Quelle erreicht, der sich auch die FDP anschloss. Zuvor hatte die SPD einen eigenen Dringlichkeitsantrag eingereicht, da die CSU mit ihrem Antrag im Unklaren blieb. SPD-Fraktionsvize Dr. Thomas Beyer und die Nürnberger Abgeordnete Angelika Weikert stellten als federführende SPD-Parlamentarier fest: "Jetzt ist umgehende und konkrete Hilfe für das Traditionsunternehmen Quelle zur Rettung von über 10.000 Arbeitsplätzen in der Region Nürnberg und Fürth dringend erforderlich."
Beyer und Weikert sehen in dem Dringlichkeitsantrag die Basis für die Sondersitzung des Kabinetts zur aktuellen Situation bei Quelle, zu der Ministerpräsident Seehofer kurzfristig für Donnerstagabend einlud. In dem vom Landtag gemeinsam verabschiedeten, leicht veränderten Dringlichkeitsantrag der SPD wird die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, ernsthafte Bemühungen um eine Fortführungslösung für den Arcandor-Konzern und das Versandhaus Quelle aufzunehmen.
Um das Überleben insbesondere von Quelle sicher zu stellen, sind - wie es in dem Dringlichkeitsantrag heißt - sofort zwei Entscheidungen unabdingbar:
- Die Staatsregierung soll das ihr Mögliche unternehmen, die Finanzierung des Drucks des Quelle-Hauptkataloges sicher zu stellen.
- Die Staatsregierung soll kurzfristig erforderliche Maßnahmen unterstützen, damit Quelle seinen Geschäftsgang aufrecht erhalten kann, insbesondere geht es dabei um die Sicherstellung des konzerninternen Factoringprogramms.
Allein in der Region Nürnberg und Fürth sind von der Insolvenz der Arcandor AG, der Dachgesellschaft Primondo GmbH, der Versandsparte Primondo, des Versandhauses Quelle und der Karstadt Warenhaus GmbH rund 10.000 Arbeitnehmer und ihre Familien betroffen. In ihrem Interesse müsse es gelingen, möglichst viele Arbeitsplätze an den bayerischen Karstadt-Standorten und bei Primondo/Quelle in Nürnberg/Fürth aus der Insolvenz heraus zu sichern, so Beyer und Weikert.