Flexible Grundschulen brauchen mehr Personal und ein gutes Konzept

Portrait Güll

Dienstag, 31. Januar 2012

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Martin Güll hält eine flexible Eingangsphase in der Grundschule grundsätzlich für richtig und wichtig, fordert aber mehr Personal und kleinere Klassen. „Wir müssen den Übergang zwischen Kindertagesstätten und Schule kindgerecht gestalten und dem enorm breiten Spektrum der Kinder gerecht werden“, so Güll. Dafür sollten die Lehrkräfte Zeit und beste Bedingungen haben, um sich den Kindern zuwenden zu können. Eine Lehrerin allein könne das, zumal in größeren Klassen mit immer noch bis 28 Schülern, auf keinen Fall leisten. In der bestmöglichen pädagogischen Betreuung liege der Schlüssel für optimale individuelle Förderung, nicht in der Frage, ob ein Kind ein, zwei oder drei Jahre für die zweijährige Eingangsstufe benötigt, weiß der frühere Schulleiter.

Der Modellversuch Flexible Eingangsstufe, wie er von Kultusminister Spaenle angepriesen wird und jetzt auch noch ausgeweitet werden soll, ist aber aus Sicht von Güll so überflüssig wie ein Kropf. Die CSU müsse endlich kapieren, dass Verbesserungen im Bildungsbereich nur mit mehr Personal und guten pädagogischen Konzepten zu erreichen sind. Und daran fehle es den bayerischen Grundschulen. Güll: „Spaenle hat am Ende des letzten Schuljahres hunderte junge Lehrkräfte in die Wüste geschickt, statt sie für individuelle Förderung und die Bildung kleiner Klassen in der Anfangsphase einzustellen. Der größte Treppenwitz der bayerischen Schulpolitik ist allerdings, dass nach der Eingangsphase die angedachte individuelle Förderung in eine knallharte Auslese überwechselt. In der dritten und vierten Klasse geht es doch nur noch um den Notenkampf. Hier sollte und muss sich Spaenle etwas Neues ausdenken, damit die Kinder in der Übertittsralley nicht kaputt gemacht werden.“

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