Erinnern, um eine Wiederholung zu verhindern

Foto Gabi Fograscher

Freitag, 7. November 2008

Anläßlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 erklärt die Sprecherin der Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der SPD-Bundestagsfraktion, Gabriele Fograscher:

„Am Sonntag jährt sich eines der schlimmsten Kapitel der deutschen Geschichte zum 70. Mal: Die Reichspogromnacht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Synagogen angezündet, Geschäfte geplündert und jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger angegriffen, ermordet und in Konzentrationslager deportiert. Damit begann die gezielte Zerstörung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Deutschland.

Der 9. November 1938 war der Auftakt zum Holocaust, zur systematischen Ermordung von Millionen von Menschen, weil sie jüdischen Glaubens waren. Es waren Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die Widerstand gegen die NS-Diktatur geleistet haben. Viele haben dabei ihr Leben riskiert, und es auch verloren.

Heute gibt es wieder jüdisches Leben in Deutschland. Das ist eine kulturelle Bereicherung für unser Land. Wir dürfen nicht vergessen, was in jener Nacht begann. Es geht nicht darum, Schuldgefühle zu pflegen, sondern die Erinnerung wach zu halten und daraus Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen.

Wir begrüßen, dass der Deutsche Bundestag in dieser Woche nahezu einstimmig eine Erklärung verabschiedet hat: Jüdisches Leben in Deutschland soll weiter gefördert werden. Ein Expertengremium soll berufen werden und einen regelmäßigen Antisemitismusbericht vorlegen sowie Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Programme gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus geben. Zudem soll die Finanzierung besonders bewährter Projekte verstetigt werden.

Wichtig ist auch, dass jüdisches Leben und die jüdische Geschichte in die Lehrpläne an Schulen aufgenommen werden und dass unsere demokratischen Werte, die Menschenrechte, sowie die religiöse und kulturelle Vielfalt aktiv im Unterricht vermittelt werden. Nur so können wir erreichen, dass unsere Kinder und Jugendlichen tolerante, selbstbewusste und vorurteilsfreie Erwachsene werden, die diese Werte leben und an die folgenden Generationen weitergeben.

Wir erinnern uns an die Opfer der NS-Zeit und setzen uns aktiv für eine starke und wehrhafte Demokratie ein. Rechtsextreme und menschenverachtende Ideologien haben in Deutschland keinen Platz.“

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