Die Union hat keine Ahnung von der Lage der Rentner in Bayern

Portrait Franz Maget

Freitag, 2. Mai 2008

400 000 leben an der Armutsgrenze - SPD-Forderung nach höheren Löhnen und Mindestlöhnen macht auch vor dem Hintergrund der späteren Rentenhöhe Sinn

Als empörend empfindet aus bayerischer Sicht SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget die Aussage von CDU/CSU-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder (in einem Interview der Bild-Zeitung), wonach Altersarmut kein aktuelles Thema sei und in Deutschland kein Rentner in wirkliche Armut falle. „Das zeigt, wie weit entfernt die Union mittlerweile von der tatsächlichen Lebenslage der Menschen ist", stellt Maget fest. „Gerade die Rentnerinnen und Rentner haben in den vergangenen Jahren mit der allgemeinen Entwicklung der Lebenshaltungskosten nicht mitgehalten. Deswegen ist Altersarmut sehr wohl ein Thema – leider, Herr Kauder", hält der bayerische Oppositionschef dem Unionsmann entgegen.

Maget verweist auf Angaben des VdK, wonach inzwischen in Bayern 400.000 der rund drei Millionen Rentnerinnen und Rentner an der Armutsgrenze leben. „Das ist mehr als jeder siebte." Über 80.000 müssen sogar von der Sozialhilfe leben. Wie die Situation tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Durchschnittsrenten in Bayern. Maget: „Der bayerische Durchschnittswert liegt bei 647 Euro. In manchen Regionen – etwa in Niederbayern und Unterfranken - ist die Durchschnittsrente nur knapp über 500 Euro." Dabei geht es um klare EU-Definitionen: Als arm gilt in Deutschland, wer höchstens 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat – und dieses beträgt 880 Euro. Der VdK hat auch errechnet, dass Rentner heute im Schnitt 130 Euro weniger im Monat zum Leben haben als vor fünf Jahren.

„Die SPD-Forderung nach höheren Löhnen und Mindestlöhnen macht auch in dieser Hinsicht Sinn", betont das SPD-Präsidiumsmitglied. „Denn nur, wer heute ordentlich bezahlt wird und entsprechend auch für die Rente einzahlt, wird später dann eine angemessene Rente bekommen."

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