"Gut, es ist ein Plaste-Deutscher, sprich ein Ausweis-Deutscher und ein Deutscher entsprechend wie Herr Klose oder, ja." Mit dieser annähernd deutschen Antwort machte NPD-Funktionär Klaus Beier in einem TV-Interview ein weiteres Mal nach seinen Ausfällen gegen Nationalspieler Patrick Owomoyela deutlich, dass er sich über Tore für die deutsche Nationalmannschaft nur freuen kann, wenn diese Menschen mit Namen Müller oder Meier erzielen. Klose, Gomez, Kuranyi oder Podolski sollten das aber nach Auffassung des wegen Beleidigung verurteilten Beier gefälligst bleiben lassen.
Auf die Nachfrage des RBB-Moderators, ob Özil in der deutschen Nationalmannschaft spielen dürfe, wenn die NPD regieren würde, entgegnete Beier: "Wenn er entsprechend deutscher Abstammung wäre, wenn die Eltern, ein Elternteil deutsch ist, dann könnte er spielen." In der Konsequenz bedeutet das: Der Spitzenkandidat der NPD bei der Landtagswahl in Brandenburg fordert den Ausschluss von Menschen, weil sie – obgleich in Deutschland geboren, aufgewachsen und der deutschen Sprache mächtig – einen Migrationshintergrund haben.
„Die NPD schadet Deutschland gleich in mehrerlei Hinsicht“, kommentiert EU-Parlamentarier Ismail Ertug (SPD). Solche Äußerungen würden in Europa aufmerksam verfolgt und seien für das Image des Landes Gift. „Der Mann fordert ja im Grunde die Apartheid, die dunkelhäutige Bürger mit deutschem Pass an der gleichberechtigten Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ausschließt. Solche Rassisten haben in einem deutschen Parlament nichts verloren, weshalb die NPD als klar verfassungsfeindliche Partei endlich verboten gehört.“
Ertug weißt aber noch auf einen anderen Aspekt dieser unerträglichen Argumentation hin: „Hitlers Apparat hat es geschafft, Deutschlands größte Talente in Wissenschaft, Kultur und Sport zu vertreiben oder zu ermorden – allein dadurch hat er das Land in allen Bereichen um Jahrzehnte zurückgeworfen.“ Beiers Forderungen ziele in eine ähnliche Richtung: „Ein Sporttalent wie Özil oder Sänger wie Xavier Naidoo verkörpern auch ein neues, weltoffenes Gesicht Deutschlands, das bei der Weltmeisterschaft 2006 sehr gut ankam.“
Der SPD-Politiker bietet deshalb dem Deutschen Fußballbund eine konzertierte Aktion an, die der Bevölkerung nicht nur anlässlich von Großveranstaltungen klar macht, welche Bereicherung Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund für die deutsche Gesellschaft darstellen: „Ich würde gerne zusammen mit dem DFB und vielen Künstlern und Musikern eine Imagekampagne konzipieren, die deutlich macht, was uns fehlen würde, wenn wir so mit unseren Mitbürgern umgehen, wie das die NPD gerne hätte.“