Dem Beispiel Norwegens folgen

Portrait Adelheid Rupp

Mittwoch, 16. April 2008

Auch in Deutschland müssen gesetzliche Grundlagen für Frauenförderung in der Privatwirtschaft geschaffen werden.

Adelheid Rupp, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Bayern, erklärt zur aktuellen Debatte:

"Im Januar hat Norwegen eine Frauenquote von 40% für Aufsichtsräte gesetzlich vorgeschrieben. Trotz der anfänglicher Proteste, dies sei nicht oder nicht so schnell erreichbar - zuvor betrug der Frauenanteil in den Aufsichtsräten 7%! - kann man jetzt dem Handelsregister die frohe Botschaft entnehmen, dass das Ziel bereits erreicht wurde. Damit ist einmal mehr bewiesen, dass die Behauptung, es gebe nicht ausreichend viele qualifizierte Frauen, schlicht falsch ist.

Natürlich ist die Quotierung der Aufsichtsräte in Norwegen nur ein erster Schritt zur Gleichstellung. Die Quote kann immer nur ein Hilfsmittel sein. Aber irgendwann muss eben der erste Schritt gemacht werden. Die Frauen möchten nicht weitere 100 Jahre darum kämpfen, dass Aufstiegshindernisse beseitigt werden.

Die bayerischen SPD-Frauen begrüßen die erfolgreich eingeführte Frauenquote für Aufsichtsräte in Norwegen. Damit wurde dort der Grundstein gelegt, um die Männerdominanz bei den Führungspositionen aufzubrechen. Jetzt ist es an der Zeit, auch in Deutschland gesetzliche Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung in der Privatwirtschaft zu ergreifen. Das ist dringend notwendig. Dass gerade einmal zwei Frauen an der Spitze eines börsennotierten DAX-Unternehmens stehen, spricht für sich und gegen weiteres Nichtstun . Es besteht dringender Handlungsbedarf."

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