Umsetzung des EU-Schulobstprogrammes muss kommen
Mit Unverständnis reagierte Kerstin Westphal, SPD-Europaabgeordnete auf die Ablehnung der Bundesländer, kostenloses Obst und Gemüse an Schulen zu verteilen. Die Landesfürsten haben nur noch während der Sommerferien Zeit sich ihre Haltung zu überdenken. Sollten es sich die Landesfürsten bis dahin nicht anders überlegt haben, kann das EU-Schulobstprogramm nicht wie ursprünglich geplant zu Beginn des anstehenden Schuljahrs starten.
Dabei sei die Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit Obst und Gemüse ein wichtiger Beitrag zur gesunden Ernährung. "Die Veränderung der Essgewohnheiten von Kindern wird sich später auszahlen", ist sich Kerstin Westphal sicher. "Wer schon als Kind viel Obst und Gemüse isst, greift auch als Erwachsener häufiger dazu und beugt so gesundheitlichen Risiken vor." Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gelten in Europa etwa 22 Millionen Kinder als fettleibig.
Die SPD-Europaabgeordnete hat sich gemeinsam mit ihren SPD-Kollegen im letzten Jahr dafür eingesetzt, dass bereits für das Schuljahr 2009/2010 entsprechende EU-Mittel im Haushalt vorgesehen werden. Diese müssen allerdings mit nationalen Mitteln kofinanziert werden. Dazu sind die Bundesländer bisher nicht bereit und wollen den Bund in die Pflicht nehmen. "Hier wird zu Lasten der Kinder, und das im wahrsten Sinne des Wortes, Verantwortung abgelehnt", kritisiert Kerstin Westphal. "Auf der einen Seite beharren die Länder auf ihrer Bildungshoheit, geht es aber um Fragen der Finanzierung, wird der 'Schwarze Peter' dem Bund zugeschoben."
Damit die EU-Mittel noch 2009 abgerufen werden können, fordert Kerstin Westphal den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf, seine Blockadehaltung sofort aufzugeben. Eine schnelle Lösung, wie es Bayern fordert, wäre in dem Streit einzulenken und den Betrag zum Wohl der Kinder auszugeben.