Seit Jahren fordert die SPD-Landtagsfraktion mehr Einsatz der CSU und der Staatsregierung beim Ausbau der Ganztagsschulen. "Wie der jüngste Bildungsmonitor zeigt, ist Bayern beim Ausbau der Ganztagsschulen Schlusslicht unter allen Bundesländern und deckt nicht annähernd den Bedarf", stellte die SPD-Bildungspolitikerin Karin Pranghofer am Sonntag fest und fordert als Konsequenz daraus für Bayern die Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsschulplatz.
Dort, wo es schon seit Jahren Ganztagsklassen gibt, wird nämlich die Nachfrage immer stärker, betont die SPD-Bildungspolitikerin. "Das ist kein Wunder, denn die Eltern haben richtigerweise erkannt: Ganztagsschulen bieten durch ihr Mehr an Zeit bessere Voraussetzungen für eine individuelle Förderung. Unterschiedliche Stärken, Interessen und Voraussetzungen des einzelnen Kindes werden besser berücksichtigt, sprachliche und soziale Kompetenzen besser gefördert."
Pranghofer: "Diesen Mehrwert an Bildung wollen viele Eltern auch in Bayern. Deswegen fordern wir einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für jedes Kind." Das sei auch eine Antwort auf den Vorwurf des Kultusministeriums, die SPD wünsche sich einen Ausbau der Ganztagsschulen nach dem Gieskannenprinzip. „Vielerorts ist die Nachfrage nach Ganztagschulplätzen so groß, dass man leicht einen zweiten Klassenzug an einer Schule einführen könnte. Allerdings wird die Genehmigung sehr restriktiv behandelt. In der Grundschule wird eine Ganztagsklasse überhaupt nur genehmigt, wenn es nicht zu einer Klassenmehrung kommt. Das ist Irrsinn", meint die Aschaffenburger SPD-Abgeordnete.
In der Debatte um die Einführung einer Bildungschipkarte – egal ob nur für Hartz-IV-Familien oder alle Kinder – sprachen sich immer mehr für die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen aus. Das mache die Chipkarte obsolet, da die Kinder in der Schule ein umfassendes Bildungs- und Sportangebot bekämen. „In der heutigen Zeit noch am alten dreigliedrigen Schulsystem mit täglich sechs Schulstunden zu setzen, ist weltfremd und wirft das Land mittelfristig weit zurück im internationalen Wettkampf um Bildung und Wissenschaft", mahnt Pranghofer.