Bildungsbericht 2010 offenbart verheerende Lage der Bildungsverlierer: Jeder sechste junge Mensch in Deutschland zwischen 20 und 30 Jahren hat keinen Berufsabschluss

Portrait Pranghofer

Donnerstag, 17. Juni 2010

Der Bildungsbericht 2010 von Bund und Ländern, der in dieser Woche der Öffentlichkeit präsentiert werden soll, offenbart auf grausame Art, was in den letzten Jahren in der Bildungspolitik versäumt wurde, sagt die berufsbildungspolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion, Karin Pranghofer. Jeder sechste junge Mensch in Deutschland zwischen 20 und 30 Jahren hat keinen Berufsabschluss und befindet sich auch nicht mehr in Bildungsmaßnahmen. Besonders dramatisch ist die Situation für 20- bis 30-Jährige mit Migrationshintergrund. Von ihnen ist fast ein Drittel ohne Berufsabschluss und qualifiziert sich auch nicht mehr weiter. Bei jungen Frauen türkischer Herkunft in dieser Altersgruppe sind es sogar 47,5 Prozent.

Insgesamt 17 Prozent der jungen Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren gelten heute als ungelernt. Eine verhängnisvolle Entwicklung: Für Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung dürfte es in Zukunft noch schwerer werden, einen Arbeitsplatz zu finden. Das Arbeitskräfteangebot von Ungelernten wird den tatsächlichen Bedarf in den kommenden 15 Jahren dauerhaft um 1,3 Millionen übersteigen, so der Bericht.

Karin Pranghofer folgert daraus: „ Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist mindestens die halbe Miete für einen Arbeitsplatz. Wir müssen deshalb nicht nur einen Schulabschluss, sondern endlich auch einen Berufsabschluss für alle garantieren. Die SPD-Landtagsfraktion wird sich damit auseinandersetzen, wie dies sinnvollerweise organisiert werden kann. Auch werden wir die bayerische Zahlen des Berichts nun besonders unter die Lupe nehmen und daraus unsere Konsequenzen für weitere politische Forderungen ziehen."

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