Susann Biedefeld: Störfall in Atomkraftwerk Krsko dokumentiert fehlende Transparenz und mangelnde Sensibilität
Das gestern auf dem Energiekongress vorgestellte Energieprogramm der CSU-Staatsregierung ist nach Meinung der stellvertretenden Vorsitzenden und energiepolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Susann Biedefeld, bereits heute nach dem europaweiten Strahlenalarm wegen des Störfalls im slowenischen Atomkraftwerk Krsko in wesentlichen Teilen Makulatur: „Die Halbwertszeit der CSU-Pläne ist im Gegensatz zum Atommüll sehr kurz. Statt mit unsinniger Panikmache vor einer angeblichen Versorgungslücke die Atomkraft salonfähig machen zu wollen, sollte die Staatsregierung die berechtigten Ängste einer großen Mehrheit von den hohen Risiken der Atomkraft ernst nehmen und zur politischen Leitlinie ihres Handelns machen."
Gestern am späten Nachmittag wurde von der EU-Kommission ein europaweiter Strahlenalarm ausgelöst. Im Atomkraftwerk war radioaktives Kühlmittel aus dem Primärkreislauf mit einer Rate von 2,5 Kubikmeter je Stunde ausgetreten. Der Störfall hat sich im inneren Teil des Reaktors mit der Freisetzung von Radioaktivität ereignet und ist, so Biedefeld, deshalb sehr ernst zu nehmen. Die daraufhin einsetzende Beschwichtigung sei mit der Schwere des Vorfalls und der notwendigen Transparenz nicht zu rechtfertigen, schon gar nicht die Erstmeldung der Behörden, es handle sich um eine Übung.
„Atomkraft darf keine Zukunft haben, auch nicht in Bayern. Wer auf Atomkraft baut, verweigert sich einer zukunftsweisenden Energiepolitik, weil er den Dreiklang aus Energiesparen, höherer Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien blockiert", betont Susann Biedefeld. Mit Blick auf die angeblichen sichersten Atommeiler in Bayern verweist die Abgeordnete darauf, dass auch Krsko als „im Grunde gutes Kraftwerk" bezeichnet wird. Dabei hätte die Staatsregierung Anschauungsmaterial über die Risiken der Kernkraft direkt vor der Haustür: Das tschechische Atomkraftwerk Temelin hat seinen 65. Störfall gemeldet.