"Günther Beckstein hatte schon im Wahlkampf nicht die ehrliche Unterstützung seiner Partei. Da half auch der größte Werbemitteleinsatz in der Geschichte der bayerischen Wahlkämpfe nicht. Er hatte keine Perspektive für Bayern und konnte dem Land deshalb auch keine Perspektive vermitteln. So wie er und Huber Stoiber zu Fall gebracht haben, so sind beide Stoiberkiller jetzt demselben Rudelverhalten in der CSU zum Opfer gefallen. In der CSU gibt es kein Zentrum mehr. Nur der gemeinsame Besitz der Macht hat das Konglomerat aus den verschiedensten Interessen zusammengehalten. Mit dem Ende der Alleinherrschaft der CSU gibt es keine Kraft mehr, die diese verschiedenen Interessen bändigen könnte. Wieder einmal sehen Bayerns Bürgerinnen und Bürger den Unterschied zwischen den noch immer geklebten Fassaden der CSU und der Wirklichkeit hinter den Kulissen.
Günther Beckstein muss es geahnt haben, als er beim Oktoberfest die Überreichung der ersten Maß als 'einmaliges Erlebnis' bezeichnete. Nun beginnen die Diadochenkämpfe. Keine Fassade wird sie mehr verbergen können. Bayerns Bürgerinnen und Bürger haben zu viel vom wahren Gesicht der CSU gesehen. Sie werden sich durch neue Schminke nicht mehr täuschen lassen."