„Dass die Rücknahme der 42-Stunden-Woche für Beamte jetzt im schwelenden Zwist zwischen den Koalitionspartnern CSU und FDP womöglich wieder verschoben oder überhaupt in Frage gestellt wird, ist kein Spaß mehr", so der stellvertretende Ausschussvorsitzende für den Öffentlichen Dienst im Bayerischen Landtag, Stefan Schuster (SPD). „Seit Jahren leiden die Beamten, beispielsweise bei Polizei oder Justiz, unter ihrer Aufgabenlast, arbeitsmäßiger Überforderung und chronischem Personalmangel. Jetzt aus finanzpolitischen Gründen die Rücknahme der 42-Stunden-Woche stoppen zu wollen, wäre ein erneuter Schlag ins Gesicht der Beamten. Die Rücknahme ist überfällig und kann nicht noch weiter verschleppt werden, als sie ohnehin schon ist. Zudem haben die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch gegenüber dem Freistaat, dass er ein funktionierendes Bildungs-, Gemein- und Sicherheitswesen bereitstellt und dafür müssen auch die entsprechenden Geldmittel aufgewendet werden".
In einer Diskussionsveranstaltung der Gewerkschaft der Polizei auf Burg Hoheneck in Mittelfranken am gestrigen Nachmittag, hatte Schuster mit FDP-Fraktionschef Thomas Hacker über die Rücknahme der 42-Stunden-Woche diskutiert. Schuster: „Da war mein Eindruck, dass die FDP nach wie vor hinter der Entscheidung zur Rücknahme steht. Natürlich sind die jetzt entstehenden Kosten gewaltig, wenn die Wochenarbeitszeit wieder auf erträgliche 40 Stunden zurückgeführt wird. Aber sie wurde ja auch zu Lasten der Beamten eingeführt, um Geld zu sparen. Die CSU erntet jetzt, was sie selbst unter Stoiber gesät hatte. Die Rücknahme der 42-Stunden-Woche muss zeitnah umgesetzt werden. Dies kann jetzt nicht zum Spielball der Parteien werden."