Rock- und Popmusik ist nicht nur Unterhaltung und Kultur, sondern auch ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor in Bayern. Aus diesem Grunde fordert der SPD-Politiker Dr. Linus Förster, Mitglied in der Jury für den bayerischen Rockpreis „Pick up" und selbst seit über 25 Jahren aktiver Rockmusiker, die neue Staatsregierung zur ressortübergreifenden Beschäftigung mit diesem Thema auf.
Bei Rock- und Popmusik denkt man sicherlich nicht sofort an das Wirtschaftsressort. So ging es zumindest den Abgeordneten des Bayerischen Landtags, als diese in der letzten Legislaturperiode in die Anhörung zum Thema Rock- und Popmusik gingen. Diese machte deutlich, dass der Musikbereich im Allgemeinen und deshalb natürlich auch die Rock- und Popmusik nicht nur den Bildungsbereich tangiert, sondern durchaus ein kräftiges Wirtschaftspotential birgt. Die damalige Anhörung fand unter der Federführung des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kunst statt. Vielleicht ein Grund, warum die Erkenntnisse, die andere Kabinettsressorts betroffen hätten, kein Gehör fanden.
Förster fordert deshalb in Schreiben an die verschiedenen Ministerien die Staatsregierung auf, die Fehler der letzten Legislaturperiode nicht zu wiederholen: "Die Anhörung brachte eindeutige Ergebnisse. Diese fanden auch große Aufmerksamkeit in der Presse. Leider nur für kurze Zeit und nicht bis an den Kabinettstisch. Das ist nicht nur schade, sondern dumm, denn Rock und Pop ist nicht nur Bestandteil der Jugendkultur in unserem Lande, sondern trägt zur musischen Bildung, zum ganzheitlichen pädagogischen Lernen," wertet Dr. Förster. Es ist auch ein Wirtschaftsfaktor, wenngleich noch derart im Schattendasein, dass sich die darin steckende Wirtschaftskraft nur unter großem Rechercheaufwand beziffern lässt.
Daher würde sich Förster sehr freuen, wenn diesem Thema nicht allein die Kultus- und Kunstministerien Aufmerksamkeit widmen würden, sondern wenn es ressortübergreifend die Unterstützung des Kabinetts erfährt. Nachdem im aktuellen Landtag fast jede Fraktion über bekennende Pop- oder zumindest Schlagermusiker verfügt, hofft der SPD-Abgeordnete auf fraktionsübergreifende Einigkeit. „Der CSU fehlt zwar noch der repräsentative Vorzeigemusiker im Unterhaltungsbereich," bedauert Förster, "aber vielleicht motiviert diese Initiative doch die Kolleginnen und Kollegen der CSU, das zu ändern", meint der SPD-Musiker und bietet sich schon mal als Juror eines Fraktionscastings an. Doch aller Spass soll nicht verdecken, dass die Branche ein Plus für den Wirtschaftsstandort Bayern bedeuten könnte, wenn man das vorhandene Potential nur richtig nutzen würde.