Anlässlich eines Gesprächs mit Verantwortlichen der Deutschen Telekom AG über die geplante Schließung von Callcentern erklärt Klaus Barthel, stellvertretender Vorsitzender der Bayerischen SPD-Landesgruppe:
„Die Deutsche Telekom AG will in Bayern von ihren bisher zwölf Callcentern nur noch fünf erhalten. Schließen will sie die Standorte in Bad Kissingen, Würzburg, Passau, Ansbach, München und Weilheim. Dabei sind die Begründungen, man wolle die Effizienz steigern und sich modernisieren, an den Haaren herbeigezogen. Nirgends lässt sich belegen, dass nur große Standorte mit über 400 Beschäftigten betriebswirtschaftlich rentabel sein sollen.
Dass bei der Konzentration der Standorte auf die Wünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geachtet wird, ist ein Märchen. Das belegt die Situation in Bayern: Nicht nur für die 30 Prozent Teilzeitbeschäftigten und 10 Prozent Schwerbehinderten sind die neuen Arbeitswege von 100 bis über 200 Kilometer eine zeitliche und finanzielle Zumutung. Auch die anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen diese Nachteile in Kauf nehmen. Die von der Deutschen Telekom angekündigte Unkündbarkeit nützt den Beschäftigten nichts, wenn die Fahrtwege Freizeit und Einkommen auffressen.
Die Vertreter des Vorstands der Deutschen Telekom AG unter Führung von Personalvorstand Thomas Sattelberger konnten im gestrigen Gespräch mit der SPD-Bundestagsfraktion nicht überzeugen. Im Gegenteil: Sattelberger stieß auf erheblichen Unmut, vor allem was den Umgang mit den Beschäftigten, den Betriebsräten und dem Tarifpartner angeht. Die SPD-Bundestagfraktion forderte den Vorstand des Unternehmens auf, endlich auf die Beschäftigten zuzugehen und ernsthafte und ergebnisoffene Verhandlungen einzuleiten.
Wir kritisieren, dass die Unternehmensführung auf die Umsatzrückgänge und Marktanteilsverluste nur durch Personalabbau reagiert. Was nach wie vor fehlt, ist eine überzeugende Strategie für besseren Service, neue Angebote und die Gewinnung neuer Kunden. Mit Personalabbau und Demotivation der Mitarbeiter erreicht man dies nicht.
Die SPD-Bundestagsfraktion wird sich mit dem Thema weiter befassen und sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Belegschaft treffen. Die Bayerische SPD-Landesgruppe wird für den Erhalt aller Standorte kämpfen. Mit dem geplanten Kahlschlag finden wir uns nicht ab.“