„Der Kompromiss der EU Arbeits- und Sozialminister zur Arbeitszeit sowie die Verständigung auf eine EU-weit einheitliche Regelung zur Leiharbeit sind ihr Papier nicht wert“, so die fränkische SPD-Europaabgeordnete Lissy Gröner.
Gröner wertet das Ergebnis der langen Verhandlungen als inakzeptabel für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. "Die Arbeitnehmerschaft erwartet im Zeitalter der Globalisierung mehr Schutz vor Ausbeutung, d.h. faire und sozialverträgliche Wettbewerbsbedingungen“, so Lissy Gröner. „Zwar wurde für Leiharbeiter/innen ein gleicher Lohn wie für die Stammbeschäftigten beschlossen, gleichzeitig aber so viele Ausnahmen, dass es dazu nur selten kommen wird. Das heißt: die Ausnahmen werden zur Regel, die Gleichbehandlung rückt in große Ferne."
Die Sozialdemokratin kritisiert auch den Kompromiss zur Arbeitszeit aufs Schärfste. „Durch die Ministerratsentscheidung wird der Einstieg in die 60-Stunden Woche und mehr für alle eröffnet. Bei Bereitschaftsdiensten, die zum Beispiel Feuerwehrleute und Ärzte zu leisten haben, sind sogar 65 Stunden und mehr möglich.“ Außerdem kritisiert Gröner, dass an der Unterscheidung zwischen aktivem und inaktivem Bereitschaftsdienst festgehalten werde.
"Für uns als SozialdemokratInnen im Europäischen Parlament sind die beschlossenen Regelungen zur Leiharbeit und zur Arbeitszeit inakzeptabel. Wir haben deutlich schärfere Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmerschaft gefordert und werden dafür auch weiter kämpfen“, stellt Lissy Gröner klar.