Durch die von Forstminister Brunner vorangetriebene Änderung des Bundeswaldgesetzes verliert Bayern rund 7000 Hektar Bergwald. Davon sind weit mehr als die Hälfte der Flächen sogar ausgewiesener Schutzwald. Durch die CSU-Initiative werden bestimmte Waldflächen, darunter sogar ausgewiesener Schutzwald, aus der Walddefinition genommen. Damit unterliegen sie auch nicht mehr dem Schutz des Bayerischen Waldgesetzes. Berg- und Schutzwald haben jedoch eine zentrale Bedeutung für den Erosions-, Lawinen- und Hochwasserschutz. „Dass gerade diese Flächen jetzt als Weideland deklariert werden, grenzt schon fast an Hohn", so der SPD-Forstexperte. Denn so werden sie auf Dauer ihre Schutzfunktion verlieren. Das ist der Preis für den Verlust möglicher Förderausfälle aus Steuermitteln für Bergbauern. Statt jedoch Berg- und Schutzwald preiszugeben, plädiert Horst Arnold für eine ehrliche, direkte Förderung der Almwirtschaft.
Arnold; „Die Förderung von Almwirtschaft kann nicht dazu führen, dass der Bergwald geopfert wird. Forstminister Brunner gefährdet jedoch nicht nur den Schutz der Bergwälder, er konterkariert auch seine eigenen Programme, wie z.B. die großangelegte Bergwaldoffensive. Jahrzehntelang wurden mit viel Geld und vor allem mit viel Einsatz die Bergwälder aufgeforstet, und plötzlich erklärt die CSU alles zur Weide. Minister Brunner hat bei seiner Klientelpolitik nicht im Geringsten die langfristigen Folgen bedacht und riskiert ein Chaos bei unzähligen forstlichen Fördermaßnahmen im Bergwald."
So werden frühere, mit Steuergeldern sanierte Waldflächen, jetzt als Weideland ausgewiesen. Weiter kritisiert Horst Arnold, dass immer noch große Unklarheit in den zuständigen Ämtern für Land- und Forstwirtschaft herrscht, welche Flächen jetzt Wald oder schon Weide sind. Nach Diese Unsicherheit und damit verbunden auch Handlungsunfähigkeit in Zeiten der Klimaveränderung mit z.B. zunehmenden Starkregenereignissen ist äußerst kritisch zu sehen. „Jeder weiß, dass viele Hochwasser im Tal schon in den Bergen entstehen. Anstatt jedoch in den Bergwald zu investieren und diese Gefahren schon im Ansatz zu verhindern, löst Minister Brunner einfach den Schutzwald auf," so der SPD-Politiker.
Um mögliche Umweltgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Hochwasser, Hangrutsche und Muren zu vermeiden, wird die SPD-Landtagsfraktion die parlamentarischen Möglichkeiten überprüfen, dies zu verhindern. Die SPD– Landtagsfraktion unterstützt hier Verbände wie den Bund Naturschutz, die sich ebenfalls rechtliche Schritte vorbehalten.
„Während Minister Brunner in Hochglanzbroschüren für einen intakten Bergwald wirbt, gefährdet er in der Praxis mit seiner Politik die Sicherheit in unseren Alpen – ein fataler Kamikaze-Kurs des Forstministers" erbost sich Horst Arnold und fordert von Minister Brunner seine für den Bergwald schädliche Politik einzustellen.