Armut: Welthandel muss gerechter werden

Foto Bärbel Kofler

Freitag, 17. Oktober 2008

Anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung der Armut erklärt die entwicklungspolitische Sprecherin der Bayerischen SPD-Landesgruppe, Dr. Bärbel Kofler, MdB:

„Die Bekämpfung von Armut ist eine der zentralen Aufgaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die armen und ärmsten Länder dieser Welt leiden besonders unter globalen Krisen wie der Weltwirtschaftskrise und der Nahrungsmittelkrise. Wer am Tag von weniger als 1,25 US-Dollar - das sind rund 85 Cent - leben muss, gilt als arm.

In der Millenniumserklärung hat sich die Weltgemeinschaft ehrgeizige Ziele gesetzt, die nur verwirklicht werden können, wenn die Industrie- und Entwicklungsländer gemeinsam daran arbeiten. Unter anderem soll der Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut leidet, bis 2015 halbiert werden. Unsere Aufgabe ist es, für Rahmenbedingungen zu kämpfen, die zu einer gerechten Welthandelsordnung führen, die es den Entwicklungsländern ermöglicht, ihre eigenen Bemühungen zur Armutsbekämpfung wirksam werden zu lassen.

Sozialdemokratische Entwicklungspolitik hat in den letzten zehn Jahren ein Umdenken bewirkt. Neben der Umsetzung von Projekten, die der Armutsbekämpfung in vielen Ländern dienen, rückte die Bekämpfung von strukturellen Defiziten, die einer nachhaltigen Armutsbekämpfung im Wege stehen, in den Mittelpunkt. Dazu gehören Themen wie die Verteilungsgerechtigkeit und Mittelverwendung in Entwicklungs- und Schwellenländern, Transparenz und Demokratieförderung, der Aufbau von Strukturen im Gesundheitswesen, eine nachhaltige Bekämpfung von Epidemien und Pandemien, Zugang zu Bildung, Zugang zu Finanzquellen, Infrastrukturentwicklung und die Erschließung ländlicher Räume.“

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