1918: Heraus mit dem Frauenwahlrecht! - 2008: Rein in politische Führungsämter!

Portraitfoto von Adelheid Rupp

Dienstag, 11. November 2008

„Wir Frauen begnügen uns nicht mehr mit dem Recht wählen zu dürfen. Der damalige Slogan der Frauenbewegung ‚Heraus mit dem Frauenwahlrecht!' heißt jetzt ‚Rein in die politischen Führungspositionen,' erklärt Adelheid Rupp, frauenpolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion und AsF-landesvorsitzende zu 90 Jahre Frauenwahlrecht in Bayern. Wie damals, so ist auch heute die SPD eine Vorreiterin in Sachen Gleichstellungspolitik.

Neben den vielen gleichstellungspolitischen Inhalten der BayernSPD wird dies auch zahlenmäßig deutlich. Fast 50 Prozent der bayerischen SPD Landtagsabgeordneten sind Frauen. Der Frauenanteil des gesamten Bayerischen Landtages beträgt hingegen nur 31 Prozent. „Trotz aller Erfolge in und durch die SPD, muss sich auch die SPD weiterhin ganz klar für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf allen Ebenen innerhalb der Partei und der Gesellschaft einsetzen. Die Durchsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern ist kein Selbstläufer," so Adelheid Rupp, die auch Vizechefin der BayernSPD ist.

Die Erlangung des Wahlrechts war ein Meilenstein für die Beteiligung der Frauen am gesellschaftlichen Leben. Dass Frauen ein Wahlrecht zusteht, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Im Gegensatz hierzu sind Frauen in politischen Führungspositionen in Bayern aber noch immer die Ausnahme. Dem Bayerischen Kabinett gehören nur drei Ministerinnen an und in ganz Bayern gibt es gerade mal drei Oberbürgermeisterinnen.

„Damals gelang es dank des unermüdlichen Kampfes bedeutender Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, dass am 12. November 1918 das Recht für Frauen zu wählen und gewählt zu werden, verkündet wurde. Bereits im Jahr 1895 vertrat der Sozialdemokrat August Bebel einen Antrag seiner Fraktion, wonach alle über 20 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts das Recht erhalten sollten, zu wählen und gewählt zu werden. Dieser fortschrittliche Antrag fand jedoch damals noch keine Mehrheit im Parlament. Rupp: „August Bebel zeigte bereits zu dieser Zeit, dass Frauenpolitik keine reine Frauensache sein darf."

Am 12. Januar 1919 durften die Frauen in Bayern erstmals von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Sechs Frauen wurden in den Bayerischen Landtag gewählt. Die ersten Frauen, die für die SPD einzogen, waren Aurelie Deffner und Emilie Mauerer.

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