Weltwassertag 2012 - Auch in Bayern besteht noch Handlungsbedarf

21. März 2012 | Umweltpolitik

Weltweit wird qualitativ hochwertiges Wasser knapp. Laut Angaben der Europäischen Kommission sind global weniger als ein Prozent der Süßwasserressourcen für den Menschen zum direkten Verbrauch zugänglich. Leider wird jedoch auch in Bayern immer noch unvorsichtig mit einer der wichtigsten Ressourcen der Welt umgegangen. So müssen hier immer mehr Brunnen aufgrund hoher Schadstoffbelastungen geschlossen werden.

Zahlreiche Berichte und Untersuchungen haben in den letzten Monaten erneut gezeigt, dass sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist. Ludwig Wörner, energie- und umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sieht auch den Zustand der bayerischen Gewässer und der Wasserversorgung insgesamt mit Sorge: „Leichtsinn und Gedankenlosigkeit sind bei der Verschmutzung von Grundwasser an der Tagesordnung. Wenn immer weitere Brunnen geschlossen werden müssen, reibt man sich zwar die Augen, aber verlässt sich häufig doch auf die Versorgung mit Wasser aus anderen Regionen.“ Daher fordert Wörner die Sicherstellung von ortsnahen Brunnen und somit der unmittelbaren Wasserversorgung vor Ort. Diese wird zunehmend wichtiger, da die Menschen nur so auf die Qualität ihres eigenen Trinkwassers Einfluss nehmen können.

Vor allem in der bayerischen Landwirtschaft ist es an der Zeit, auf Nachhaltigkeit zu setzen. Problematisch ist insbesondere, wenn Chemikalien oder Produkte der Massentierhaltung auf den Feldern ausgebracht werden, da diese ungefiltert ins Grundwasser gelangen und es so verunreinigen. Viele dieser Eintragungen landen schließlich als Trinkwasser in den Haushalten.

Beim Trinkwasser spielen häufig auch Medikamentenrückstände oder andere organische Spurenstoffe, die bisher nicht oder nur zum Teil herausgefiltert werden können, eine Rolle. Wörner appelliert daher zum Weltwassertag am 22. März: „Es gilt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vorbeugend und vor allem nachhaltig mit der endlichen Ressource Trinkwasser umzugehen.“ Hier sieht der umweltpolitische Sprecher der Landtags-SPD in erster Linie auch die Politik in der Pflicht, Verantwortung für den Schutz des Wassers zu übernehmen und umfassend zu informieren.

Die SPD-Landtagsfraktion bereitet in dieser Sache eine Interpellation zum Schutz des Trinkwassers in Bayern vor und möchte damit das Thema Wasserschutz wieder mehr in den Mittelpunkt der Politik rücken. Zugleich soll in der Gesellschaft das Bewusstsein für den alltäglichen Gebrauch von Trinkwasser nicht nur am Weltwassertag sensibilisiert werden.

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