Belastetes Hähnchenfleisch: SPD fordert Erfassung und Kontrolle des Medikamenteneinsatzes

10. Januar 2012 | Verbraucherschutz

Der Skandal um belastetes Hähnchenfleisch beunruhigt Bürgerinnen und Bürger. In zahlreichen bundesweit erhobenen Proben wurden nun Keime nachgewiesen, die gegen Antibiotika resistent sind. Diese können ernsthafte Erkrankungen hervorrufen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner fordert nun die Länder auf, scharf gegen den Medikamentenmissbrauch in der Tiermast vorzugehen. Doch genau dieses wurde bislang in Bayern verschlafen. „Das ist ein Skandal. Das bayerische Umweltministerium hat nachweislich keine Ahnung, welche Arzneimittel hierzulande verwendet werden“, stellt der verbraucherpolitische Sprecher Horst Arnold fest. Auf eine entsprechende Anfrage der Abgeordneten Annette Karl zum Plenum am 29. November 2011 teilte das Ministerium mit: „Systematische, repräsentative Erhebungen zum Einsatz von Arzneimitteln nach Art und Menge in Nutztierhaltungen, insbesondere Geflügel, liegen nicht vor.“

Die SPD hatte bereits Ende November einen Antrag in den Landtag eingebracht, der die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Landwirtschaft fordert. Arnold drängt auf schnelles Handeln der Bundesregierung: „Die Gesundheit der Verbraucher muss geschützt werden. Die zögerliche Haltung der Bundesregierung schädigt das Vertrauen in tierische Lebensmittel sowohl in Bayern als auch im Ausland.“

In dem Antrag fordert die SPD: Die Staatsregierung soll über den Bundesrat darauf hinwirken, dass bundesweit erfasst wird, welche Betriebe welche Medikamente verabreichen. Der Einsatz von Medikamenten soll für die Verbraucher transparent gemacht werden. Gegen Betriebe, die besonders viele Mittel einsetzen, sollen Maßnahmen ergriffen werden.

Der Verbraucherpolitiker weist aber darauf hin, dass die Landwirtschaft ihre Tierhaltung kritisch überdenken sollte. „Je größer die Tierbestände sind, desto mehr Antibiotika und andere Medikamente müssen angewendet werden. Wir sollten, wo immer es möglich ist, einer bäuerlichen Landwirtschaft mit kleineren Beständen den Vorzug geben“, so der mittelfränkische Abgeordnete.

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