Auch nachgelagerte Studiengebühren sind Studiengebühren!

22. November 2012 | Bildungspolitik

Zum in der Koalition diskutierten Vorschlag, Studiengebühren künftig nachgelagert zu erheben, erklärt der Juso-Landesvorsitzende Philipp Dees:
„Der Vorschlag nachgelagerter Studiengebühren ist kein Kompromissvorschlag im Streit um die Abschaffung der Studiengebühren. Es ist lediglich der Versuch, die Öffentlichkeit und die Studierenden zu verarschen.
Denn auch nachgelagerte Studiengebühren sind natürlich Studiengebühren. Es handelt sich lediglich um einen Kredit, den der Staat den Studierenden gewährt und den sie im Berufsleben zurückzahlen müssen.

Internationale Studien zeigen, dass der Effekt nachgelagerter Studiengebühren auf die Studierneigung sozial Schwacher noch verheerender ist als der unmittelbar erhobener Studiengebühren. Studierende aus Haushalten mit niedrigem Einkommen haben nämlich eine deutlich stärkere Abneigung dagegen, für ihr Studium einen Kredit aufzunehmen, als Studierende aus Haushalten mit hohen Einkommen. Denn bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, nach dem Studium eine gut bezahlte Arbeitsstelle zu finden, deutlich geringer und damit das Risiko größer, nach dem Studium auf einem Berg von Schulden zu sitzen, den sie nicht abbezahlen können.

Der angebliche Kompromissvorschlag ist keine Lösung. Es wird beim Volksbegehren bleiben, und die Jusos werden für die komplette Abschaffung der Studiengebühren streiten. In Hamburg übrigens hat die Einführung nachgelagerter Studiengebühren mit zur absoluten Mehrheit für die SPD geführt, mit der anschließenden Abschaffung der Studiengebühren.

Das ist ein Erfolgsmodell auch für Bayern.“

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