Arbeitsmarktzahlen: SPD kritisiert Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse

31. Januar 2012 | Arbeit

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Angelika Weikert, zeigt sich über die positive Entwicklung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt erfreut. Die Reaktionen der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer auf die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen kritisiert sie jedoch scharf: „Die Rekordrhetorik Haderthauers ist fehl am Platz. Die Sozialministerin blendet dabei aus, dass die positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt mit einer zunehmenden Ausbreitung atypischer Beschäftigungsverhältnisse einhergehen. Es ist das Gegenteil von moderner und familienfreundlicher Arbeitsmarktpolitik, dass schwarz-gelb in Bund und Land hier nicht handeln.“ Wie Weikert ausführt, müssten immer mehr Beschäftigte im Niedriglohnsektor, in Leiharbeit und in Mini-Jobs arbeiten. Insbesondere für Familien sei das untragbar. „Wir brauchen endlich Beschäftigungspolitik, die die Schaffung Guter Arbeit ins Zentrum stellt. Nur das ist wirklich an den Interessen von Familien orientierte Arbeitsmarktpolitik“, so Weikert.

Wie Weikert erklärt, lasse bereits der von Haderthauer 2011 vorgelegte Sozialbericht eine zunehmende Prekarisierung von Arbeit in Bayern erkennen. „Bundes- und Landesregierung nehmen hin, dass sich dieser Trend ungehindert fortsetzt“, kritisiert Weikert. Wie das statistische Bundesamt festgestellt habe, sei der Beschäftigungszuwachs zu zwei Dritteln von atypischer Beschäftigung getragen, also von Teilzeit- und Leiharbeitsverhältnissen sowie von Minijobs und befristeter Beschäftigung. In Bayern gebe es mittlerweile 1,2 Millionen Menschen, die in sogenannten Mini-Jobs mit einer Verdienstgrenze von 400 Euro arbeiten. Für 750.000 Menschen sei der Minijob sogar der Haupterwerb. Jeder fünfte bayerische Arbeitnehmer sei in Teilzeit beschäftigt. „Aus dem Bayerischen Sozialbericht wissen wir, dass viele der Beschäftigte mangels Alternativen in befristeten Beschäftigungsverhältnissen oder in Teilzeit arbeiten.“ Insbesondere für Frauen wirkten sich nach wie vor nicht hinreichend gesicherte Betreuungsmöglichkeiten für Kinder negativ aus. „Wer für sich wie die CSU in Anspruch nimmt, näher am Menschen zu sein, muss diese Situation zur Kenntnis nehmen und sich endlich für Gute Arbeit einsetzen“, so Weikert. Zentrale Forderungen seien die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, der Einsatz für familienfreundliche Arbeitszeiten und für ein ausreichendes Kinderbetreuungsangebot.

Sorge bereitet Weikert aber auch die Situation von älteren Arbeitnehmern. Der Anteil der 55-65-Jährigen unter den bayerischen Arbeitslosen liegt mit 21,5 Prozent nach wie vor deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 18,5 Prozent. „Die Rekordrhetorik Haderthauers verdeckt, dass gerade in Bayern die altersgerechte Gestaltung der Arbeitswelt entschiedener angepackt werden muss.“

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