10 Fragen an Doris Aschenbrenner zu #DigitalLeben

23. September 2014 | Netzpolitik

Die Bundes SPD hat die Kampagne #DigitalLEBEN gestartet. Es geht um die Frage: „Wie verändert das Internet unser Leben?” Und: Wie soll sie aussehen, die Gesellschaft von morgen? Antworten, Hinweise und Vorschläge nimmt die SPD in ihre Programmarbeit auf. Dafür gibt es auf digitalleben.spd.de ein Dialogfeld und Diskussionsfunktionen. Es werden auch 100 Persönlichkeiten jeweils zehn Fragen zur digitalen Gesellschaft von morgen gestellt. Lesen Sie hier die 10 Antworten von Doris Aschenbrenner, Netzpolitische Sprecherin der BayernSPD:

1. einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…
In einer digitalen Welt zu leben ist für mich selbstverständlich. Ich kann mir ein Leben ohne Internet, Computer und andere mobile elektronische Geräte schlichtweg nicht mehr vorstellen. Klar weiß ich noch, wie es mit “weniger” davon war (ich sag nur 56k Modem), aber ich wünsche mir das auf keinen Fall zurück.

2. Unverzichtbar oder überflüssig, Arbeit oder Freizeit? Mein Computer ist für mich…
Mein Computer ist für mich im wahrsten Sinne unverzichtbar. Ohne Computer gäbe es meinen Arbeitsplatz in der Robotik-Forschung nicht. Ich verbringe den größten Teil des Tages an meinem Laptop oder an anderen elektronischen, möglichst mit dem Internet verbundenen Geräten wie Tablet oder Smartphone

3. Wirklich gut! Die größte Chance der Digitalisierung ist…
Die größte Chance durch die Digitalisierung ist, dass Menschen zusammenkommen, die sich sonst nicht kennen würden und gemeinsam Dinge zum Besseren unserer Gesellschaft verändern. Die Grundwerte der SPD Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität haben durch die Digitalisierung eine Vielzahl neuer Bedeutungen.

4. Bedrohlich! Wir müssen besonders aufpassen, dass…
Der digitale Wandel erfolgt rasant und überfordert uns momentan als Gesellschaft bis zum gewissen Grad: So viel ist in kurzer Zeit plötzlich anders! Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nur die Risiken dieses Wandels sehen, sondern die Chancen zur positiven Veränderung nutzen. Die Digitalisierung ist kein starrer Prozess der über uns hereinbricht, sondern sie lässt sich gestalten. Mich treibt als Hauptrisiko die zunehmende Überwachbarkeit und die Einschränkung der Freiheit der einzelnen um. Die Innenpolitik muss auch im digitalen Zeitalter die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit wahren – nicht alles was technisch machbar ist, darf daher auch realisiert werden (Stichwort VDS).

5. Die Digitalisierung verändert mein Leben durch…
Die Digitalisierung macht mein Leben, so wie es ist, überhaupt möglich. Das liegt sicher an meinem Beruf, aber auch die positiven Auswirkungen ständig mit vielen Menschen in Kontakt stehen zu können beflügelt mich. I <3 the internet.

6. Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?
Natürlich muss jeder und jede selbst entscheiden, wie viel Digitales im Privatleben eine Rolle spielt. Spätestens wenn man an unterschiedlichen Standorten ist, spielt für Familien die digitale Kommunikation eine große Rolle, um sich näher zu sein. Es gibt zahlreiche Erleichterungen des privaten Alltags, die durch die “Smart Home” Bewegung, der Digitalisierung der Wohnung durch kleine elektronische Helfer, zu erwarten ist. In der Erziehung muss der Umgang mit Computern und Digitalem eine große Rolle spielen, während es auch hier nötig ist, früh einen selbstbestimmten und reflektierten Umgang damit zu lernen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sehe ich vor allem, dass das Internet ihnen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und den Austausch mit anderen ermöglichen kann. Die Seniorenheime der Zukunft sind für mich voll digital unterstützt.

7. Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung in Zukunft aussehen?
Der Bildung spielt – generell in allen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen – eine Schlüsselrolle. Hier ist es natürlich wichtig, Kinder und Jugendlichen zu helfen, sich in dieser sich verändernden Welt emanzipiert und reflektiert zu Recht zu finden und für künftige Veränderungen ebenfalls positiv gewappnet zu sein. Doch insbesondere wenn es um die Nutzung der neuen Möglichkeiten geht, kann die junge Generation vieles an Erwachsene weitergeben. Der Erwachsenenbildung kommt zukünftig eine immense Bedeutung zu, damit die gesamte Gesellschaft lernt, was im digitalen Wandel passiert und in die Lage versetzt wird, diesen Wandel zu bewerten und seine Chancen zu nutzen.

8. An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im digitalen Zeitalter?
Arbeit in der digitalen Gesellschaft wird nicht nur durch die ständige Erreichbarkeit gezeichnet, sondern ist der Bereich, den die Digitalisierung vermutlich mit am stärksten beeinflusst. Daher wird der Einfluss der Digitalisierung auch als “Industrie 4.0″, vierte industrielle Revolution, bezeichnet. Computer und digital gesteuerte Prozesse bestimmen den Arbeitsalltag eines sehr großen Teils der Bevölkerung – angefangen bei einer durch ein Computerprogramm geleiteten Lieferbotin und dem dokumentationsgeprägten Leben eines Krankenpflegers. Dabei macht die Digitalisierung ein weites Feld an Chancen auf, die direkt damit verbundene Risiken beinhalten. Beispielsweise ist es natürlich gut, wenn man mehr über seine Arbeitszeit selbst bestimmen kann, es ist aber sehr schlecht, wenn das zur Selbstausbeutung führt. Wir haben viele Veränderungen noch nicht genug verstanden, um die Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer komplett zu verstehen, wir müssen hier einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs suchen und dann gemeinsam Lösungen suchen – ähnlich wie die erste industrielle Revolution zur Gründung der Arbeiterbewegung und von Gewerkschaften führte.

9. Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?
Unsere Wirtschaft ist von einem starken Dienstleistungssektor und einer starken industriellen Automatisierung geprägt. In letzterer versucht gerade der “Industrie 4.0″ Prozess einen Aufholprozess. Allerdings benötiget insbesondere der Mittelstand eine besondere Förderung, anstatt dass Großunternehmen staatlich unterstützte Prestige-Projekte durchführen. Bei den kleinen Unternehmen und insbesondere bei Neugründungen gibt es die Möglichkeit, schneller auf durch den digitalen Wandel entstehende Nischen zu reagieren, sie müssen aber auch gut unterstützt werden, so dass sie nicht, sobald sie erfolgreich sind, von den Internet-Großkonzernen aufgekauft werden. Solche Monopole müssen – wie auch in der analogen Welt – bekämpft werden, wenn sie zu mächtig geworden sind. Eine weitere industriepolitische Herausforderung ist die Bekämpfung von Wirtschafts-Spionage über digitale Medien (Stichwort NSA).

10. Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass sie…
Von der SPD erwarte ich, dass sie die Prozesse und Veränderungen der Digitalisierung versteht. Informationelle Selbstbestimmung und starke BürgerInnenrechte müssen dringend bewahrt werden. Ich erwarte, dass diese auf einem hohen fachlichen Niveau diskutiert werden können und dass die SPD als Fortschrittspartei sich daran macht, notwendige gesellschaftliche Debatten anzustoßen und den digitalen Wandel positiv in Verantwortung zu gestalten.

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